Wirkt Knoblauch wirklich gegen Haarausfall?

Zuletzt aktualisiert: November, 2019

Knoblauch gegen Haarausfall

Haarausfall ist ein Leiden, von dem sowohl Männer wie auch Frauen betroffen sein können. Dabei können ganz unterschiedliche Ursachen für den Haarausfall verantwortlich sein. Daher ist es wichtig, die genaue Ursache abzuklären, um eine gute Behandlungsmethode zu finden.

Unabhängig davon kommen immer wieder Mittel ins Gespräch, die angeblich gegen Haarausfall helfen. Eines davon ist Knoblauch.


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Wirkt Knoblauch wirklich auch gegen Haarausfall?

Das Gerücht, das Knoblauch gegen Haarausfall hilft, hält sich hartnäckig. Bislang gibt es nur eine relevante medizinische Studie1, die uns bekannt ist und sich mit dieser Frage beschäftigt hat – allerdings auch hier mit einer sehr geringen Anzahl an Versuchsteilnehmern.

40 Personen, die von einem kreisrunden Haarausfall betroffen waren, wurden für diese Studie ausgesucht. 20 von diesen Personen bekamen ein Knoblauchgel zur Anwendung gegen den Haarausfall. Die anderen 20 Personen bildeten die Kontrollgruppe und bekamen ein Placebo.

Die Personen wendeten das Gel beziehungsweise das Placebo 2x täglich über 3 Monate an – das Gel wurde auf die kahlen Stellen eingerieben. Nach dieser Zeit wurden die Ergebnisse der beiden Gruppen verglichen: Es zeigte sich für die Gruppe der Anwender des Knoblauchgels, dass sich die Haarsituation gut bis moderat verbessert hat. Somit zeigt dieses Ergebnis, dass eventuell Knoblauch als zusätzliche Anwendung bei bestimmten Arten von Haarausfall geeignet sein könnte.

Kritik an der Studie: Die Gruppe von 20 Personen ist sehr klein und nicht repräsentativ – weitere Studien müssen zuerst einmal ähnliche Ergebnisse zeigen, bevor wirklich von einem Nachweis der Wirksamkeit von Knoblauch gegen Haarausfall gesprochen werden kann.

Was wirkt wirklich gegen Haarausfall? Wissenschaftliche erwiesene Wirkstoffe sind Finasterid und Minoxidil. Auch Studien zu Zink sind vielversprechend. Sie können die Studien zu den Stoffen nachlesen – wir haben den aktuellsten Stand der Forschung für Sie zusammengetragen.

Warum glaubt man, dass Knoblauch gegen Haarausfall wirken könnte?

Knoblauch wird eine durchblutungsfördernde Wirkung nachgesagt. Das gilt sowohl bei innerer wie auch äußerer Anwendung. Wenn Knoblauch die Blutgefäße erweitert und damit die Durchblutung steigt, werden vor allem die Haarwurzeln besser mit Nährstoffen versorgt. Die Haarwurzeln werden angeregt, für stärkeres Haarwachstum zu sorgen. Vor allem bei kreisrundem Haarausfall soll diese Wirkung auftreten.

Darüber hinaus soll eine direkte Anwendung von konzentriertem Knoblauch auf der Kopfhaut und den Haaren dabei helfen, strapaziertes und dünner werdendes Haar wieder zu kräftigen. Neben der Durchblutungsförderung kann Knoblauch angeblich auch direkt das Haar stärken.

Wie soll die Anwendung mit Knoblauch aussehen?

Neben dem direkten Einreiben einer aufgeschnittenen Knoblauchzehe soll sich vor allem Knoblauchöle oder Knoblauchpasten zur Anwendung anbieten.

Tipp

Monoxidil und Finasterid zählen zu den den wissenschaftlich nachgewiesenen Wirkstoffen gegen Haarausfall. Zu anderen Mitteln, wie Zink, gibt es bisher kaum wissenschaftliche Studien.

3 Alternativen mit wissenschaftlichem Wirkungsnachweis

Während ein Wirkungsnachweis von Knoblauch noch aussteht, ist dieser bei anderen Mitteln gegen Haarausfall nachgewiesen. Dazu zählen die medizinischen Wirkstoffe Finasterid und Minoxidil sowie in gewissem Maß auch Zink:

Finasterid gegen Haarausfall

Finasterid ist der erste medizinische Wirkstoff gegen Haarausfall. Er wird vor allem bei androgenetischem Haarausfall eingesetzt. Die Wirksamkeit ist durch zahlreiche klinische Studien an tausenden Männern nachgewiesen. Der Wirkstoff ist nur für Männer zugelassen.

Die Wirkung wird dadurch erreicht, dass Finasterid ein wichtiges Enzym hemmt, das bei der Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosteron beteiligt ist. Das Dihydrotestosteron ist beim anlagebedingten Haarausfall für den Haarausfall verantwortlich. Haarwurzeln können überempfindlich auf das Hormon reagieren und werden dann inaktiv oder sterben ab. Finasterid sorgt durch die Hemmung des Enzyms dafür, dass weniger Dihydrotestosteron im Körper ist. Somit werden die Haarwurzeln nicht länger angegriffen und der Haarausfall stoppt.

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Erfahrungen mit Finasterid haben schon viele unserer Mitglieder gemacht. Die Erfahrungsberichte können Sie hier nachlesen: www.haarausfall-selbsthilfe.com/finasterid-erfahrungen-erfahrungsberichte

Autor: Peter KleinGründer der Haarausfall Selbsthilfe Interessengemeinschaft

Minoxidil gegen Haarausfall

Während Finasterid als Tablette eingenommen werden muss, werden Mittel mit Minoxidil als Shampoo oder Lösung direkt angewendet. Die genaue Wirkungsweise von Minoxidil ist nicht bekannt. Es wird vermutet, dass der Wirkstoff die Bildung neuer Blutgefäße in der Kopfhaut anregt oder direkt für eine bessere Durchblutung sorgt.

Die Wirkung von Minoxidil ist ebenfalls in zahlreichen Studien belegt. Hauptanwendung ist auch hier der anlagebedingte Haarausfall. Eine regelmäßige Anwendung mit Minoxidil stoppt in den meisten Fällen den Haarausfall. Ein erneutes Einsetzen des Haarwuchses an bereits kahlen Stellen passiert allerdings in der Regel nicht.

FinasteridMinoxidil
VerschreibungspflichtJaNein
Geeignet für MännerMänner & Frauen
AnwendungsgebietErblich bedingter Haarausfall (androgene Alopezie) bei MännernErblich bedingter Haarausfall (androgene Alopezie). Es bremst die fortschreitende Glatzenbildung beim Mann und die Ausdünnung des Haarwuchses bei Frauen.
AnwendungsformInnere Anwendung (Tabletten)Äußere Anwendung (Lösung & Schaum)
Nebenwirkungen

  • Verminderte Libido
  • Sexuelle Funktionsstörungen

  • Hauttrockenheit
  • Kopfschmerzen
  • Juckreiz
  • Hautrötungen

Zink gegen Haarausfall?

Auch die Rolle von Zinkmangel bei Haarausfall ist mittlerweile nachgewiesen. Zinkmangel kann bei allen Formen des Haarausfalls mitwirken. Als Mangelerscheinung kann Haarausfall direkt auftreten, Zinkmangel kann andere Formen des Haarausfalls aber auch einfach verstärken. Eine Zufuhr an Zink reduziert dann den Haarausfall oder kann ihn, wenn Zinkmangel die direkte Ursache ist, den Haarausfall auch stoppen.


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Autor: Peter KleinHaarausfall Selbsthilfe Interessengemeinschaft

Quellen und weitere Literatur


  • 1 Studie über Knoblauch gegen Haarausfall (2007):
    http://www.ijdvl.com/article.asp?issn=0378-6323;year=2007;volume=73;issue=1;spage=29;epage=32;aulast=hajheydari
  • Prävalenz (Häufigkeit) von androgenetischer Alopezie (erblich bedingtem Haarausfall): https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24566563?dopt=Abstract
  • Haarausfall und Umwelteinflüsse [Ärzteblatt]: https://www.aerzteblatt.de/archiv/17686/Haarausfall-und-Umwelteinfluesse
  • Wolff H et al. Diagnostik und Therapie von Haar- und Kopfhauterkrankungen. Deutsches Ärzteblatt 2016;113:377-386, doi: 10.3238/arztebl.2016.0377
  • Auswirkung von Spurenelementen Zink und Eisen auf Haarausfall [Studie]: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24371385
  • Effektivität von 5-Alpha-Reduktase (Dutasterid) bei Haarausfall: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17110217
  • DocCheck Thema Haarausfall: https://flexikon.doccheck.com/de/Haarausfall
  • Medikamente online kaufen: https://www.zoll.de/DE/Fachthemen/Verbote-Beschraenkungen/Schutz-der-menschlichen-Gesundheit/Arzneimittel/Verbringungsverbote-Ausnahmen/verbringungsverbote-ausnahmen_node.html
  • Artikel über Haarausfall Spiegel.de: https://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/regaine-und-der-wirkstoff-minoxidil-funktioniert-das-tatsaechlich-a-1081291.html