Diffuser Haarausfall: Ursachen & Diagnose

Zuletzt aktualisiert: Dezember, 2019

Diffuser Haarausfall

Diffuser Haarausfall stellt eine weit verbreitete Form von Haarausfall dar, der sich auf zahlreiche potentielle Ursachen zurückführen lässt. Was genau unter diffusem Haarausfall zu verstehen ist, wo die möglichen Ursachen liegen und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt, erfahren Sie hier.

So erkennen Sie diffusen Haarausfall

Diffuser Haarausfall liegt dann vor, wenn Sie eine recht gleichmäßige Ausdünnung Ihrer Haare auf der gesamten Kopfhaut beobachten können. Diese wird dadurch zunehmend sichtbarer und schimmert durch die betroffene Haarpracht hindurch. Auffallend kahle Stellen sollten Sie hingegen nicht ausmachen können.


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Diffuser Haarausfall kommt in zwei Formen

Sollten Sie nun den Verdacht oder gar die Gewissheit haben, dass Sie von diffusem Haarausfall betroffen sind, ist es außerdem wichtig zu wissen, dass dieser in 2 Formen auftreten kann.

Gemeinsam haben diese beiden, dass der Ausfall Ihrer Haare auf eine bestimmte Schädigung dieser zurückzuführen ist. Der Unterschied liegt in der Geschwindigkeit, mit welcher der Haarausfall einsetzt.

Erste Form

Die erste Form des diffusen Haarausfalls setzt erst dann ein, wenn die geschädigten Haare bereits das Ausfallstadium erreicht haben. Das bedeutet, dass neu gewachsene Haare nach 2-3 Monaten in einer hohen Anzahl ausfallen. Das kommt natürlich oft sehr unerwartet – Die gute Nachricht ist aber, dass der Haarausfall danach in der Regel aufhört, insofern die entsprechende Ursache abgestellt wurde.

Zweite Form

Wesentlich schneller wirkt hingegen die zweite Form. Diffuser Haarausfall der akuten Sorte macht sich innerhalb weniger Wochen bemerkbar, da Ihre Haare hier bereits während der Wachstumsphase mit dem Ausfallen beginnen. Meist trifft diese Form in Folge von schwerwiegenden Ursachen, wie beispielsweise einer Chemotherapie oder einer Vergiftung auf.

Was wirkt wirklich gegen Haarausfall? Wissenschaftlich erwiesene und geprüfte Wirkstoffe sind Finasterid und Minoxidil. Auch Studien zu Zink sind vielversprechend. Sie können die Studien zu den Stoffen nachlesen – wir haben den aktuellsten Stand der Forschung für Sie zusammengetragen.

Zahlreiche Ursachen für diffusen Haarausfall

Die möglichen Gründe dafür, warum bei Ihnen diffuser Haarausfall auftritt, sind vielfältig. Das Spektrum reicht von psychologischem Stress über Krankheiten bis hin zu mangelhafter Ernährung.

Eine häufige Ursache für diffusen Haarausfall lässt sich anhand hormoneller Schwankungen ausmachen. Besonders betroffen davon sind oftmals Frauen, da deren Hormonhaushalt im Zuge einer Schwangerschaft oder der Einnahme von bestimmten Präparaten, wie z.B. der “Anti-Baby-Pille”, in ein starkes Ungleichgewicht verfallen kann. Dieses kann der Körper aber im Regelfall nach einiger Zeit wieder ausgleichen.

Schwieriger wird es da schon, wenn diffuser Haarausfall auf eine Unter- oder Überfunktion Ihrer Schilddrüse zurückzuführen ist. Speziell auf das Thema Haare bezogen äußert sich eine Unterfunktion in Form von brüchigem Haar, während sich eine Überfunktion anhand von ungewöhnlich dünnen Haaren signalisiert. Sollten Sie hier die Ursache Ihres Haarausfalls vermuten, raten wir Ihnen, Ihren Arzt aufzusuchen.

Wenig überraschend finden wir auch viele mögliche Ursachen im Bezug auf die Ernährung. Zum einen benötigt unser Körper einiges an Nährstoffen, wie z.B. Eisen, um ein gesundes Haarwachstum ermöglichen zu können.

Alles rund um die wichtigsten Nährstoffe für das Haarwachstum, deren Mangelsymptome und die richtigen Lebensmittel, um gegen einen solchen Mangel vorzugehen, finden Sie in unserer Zusammenfassung.


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Weiterhin können sich Essstörungen und drastische Umstellungen Ihrer Ernährung in Form einer extremen Diät direkt oder indirekt in negativer Form auf die Gesundheit Ihrer Haare auswirken.

Diffuser Haarausfall kann auch als Reaktion auf bestimmte Therapien und medikamentöse Nebenwirkungen auftreten. Dies kann beispielsweise nach einer Chemo- oder Strahlentherapie der Fall sein. Vergleichsweise häufiger Auslöser für diffusen Haarausfall sind zudem Medikamente, die der Blutverdünnung oder der Behandlung von Bluthochdruck dienen. Diffuser Haarausfall, der auf Therapien oder Medikamente zurückzuführen ist, stellt sich in der Regel nach Beendigung bzw. dem Umstieg auf ein anderes Präparat wieder ein.

Zu guter Letzt sollte auch Erwähnung finden, dass diffuser Haarausfall auch erblich bedingt sein kann. Diese Sonderform eines anlagebedingten Haarausfall kommt aber nur sehr selten vor.

So wird diffuser Haarausfall diagnostiziert

Während die Informationen in diesem Artikel Ihnen einige Anhaltspunkte zu einer Selbstdiagnose bieten, ist eine ärztliche Begutachtung Ihres Haarausfall immer empfehlenswert – gerade dann, wenn er sich über lange Zeit bemerkbar macht.

Die Untersuchung verläuft recht geradlinig: Neben einer Analyse Ihrer Haare, Haut und Nägel wird Ihre Kranken- und Familiengeschichte durch einen Arzt betrachtet. Je nach Diagnose erwarten Sie dann entsprechende Behandlungsmethoden oder Folgeuntersuchungen.

Diffuser Haarausfall: Die Behandlung

Die Behandlung von diffusem Haarausfall besteht im Normalfall in der Ursachenbekämpfung. Je nach Absprache mit Ihrem Arzt werden dann z.B. ursächliche Medikamente abgesetzt oder gegen andere Präparate eingetauscht, eine Behandlung mit Nahrungsergänzungspräparaten im Falle eines Nährstoffmangels angewandt oder schädliche Verhaltensmuster abgestellt.

Hier ist Ihre Geduld gefragt, da diffuser Haarausfall in einigen Fällen noch mehrere Monate andauern kann, bis sich eine Besserung einstellt, da die bereits betroffenen Haare erst ausfallen müssen.


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Autor: Peter KleinHaarausfall Selbsthilfe Interessengemeinschaft

Quellen


  • Prävalenz (Häufigkeit) von androgenetischer Alopezie (erblich bedingtem Haarausfall): https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24566563?dopt=Abstract
  • Haarausfall und Umwelteinflüsse [Ärzteblatt]: https://www.aerzteblatt.de/archiv/17686/Haarausfall-und-Umwelteinfluesse
  • Wolff H et al. Diagnostik und Therapie von Haar- und Kopfhauterkrankungen. Deutsches Ärzteblatt 2016;113:377-386, doi: 10.3238/arztebl.2016.0377
  • Auswirkung von Spurenelementen Zink und Eisen auf Haarausfall [Studie]: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24371385
  • Effektivität von 5-Alpha-Reduktase (Dutasterid) bei Haarausfall: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17110217
  • DocCheck Thema Haarausfall: https://flexikon.doccheck.com/de/Haarausfall
  • Medikamente online kaufen: https://www.zoll.de/DE/Fachthemen/Verbote-Beschraenkungen/Schutz-der-menschlichen-Gesundheit/Arzneimittel/Verbringungsverbote-Ausnahmen/verbringungsverbote-ausnahmen_node.html
  • Artikel über Haarausfall Spiegel.de: https://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/regaine-und-der-wirkstoff-minoxidil-funktioniert-das-tatsaechlich-a-1081291.html