Welche Behandlungsmöglichkeiten haben Frauen bei erblich bedingten Haarausfall (androgenetische Alopezie)?

Zuletzt aktualisiert: August, 2019

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Der erblich bedingte Haarausfall ist die häufigste Form von Haarausfall. Nicht nur 60 bis 80 Prozent aller Männer, sondern auch viele Frauen sind betroffen. Das wirksamste Medikament, um einen erblich bedingten Haarausfall bei Frauen zu behandeln, ist Minoxidil.

Was wirkt wirklich gegen Haarausfall? Wissenschaftlich erwiesene und geprüfte Wirkstoffe sind Finasterid und Minoxidil. Auch Studien zu Zink sind vielversprechend. Sie können die Studien zu den Stoffen nachlesen – wir haben den aktuellsten Stand der Forschung für Sie zusammengetragen.

Was ist der erblich bedingte Haarausfall?

Wie der Name schon vermuten lässt, tritt erblich bedingter Haarausfall familiär gehäuft auf. Er muss nicht vom Vater zum Sohn vererbt werden, sondern eine Vererbung von Mutter zu Tochter, Mutter zum Sohn oder Vater zur Tochter ist ebenfalls möglich.

Während sich die androgenetische Alopezie bei Männern mit Geheimratsecken, einem zurückweichenden Haaransatz und Glatzenbildung (Tonsur) bemerkbar macht, zeigt sie sich bei Frauen durch immer schütterer werdendes Haar um den Mittelscheitel.

Fallen täglich über einen längeren Zeitraum (deutlich) mehr als 100 Haare aus, ist das ein erstes Anzeichen für Haarausfall. Diese Faustregel muss aber nicht direkt greifen!

Die Ursache für diese Form des Haarverlustes ist Dihydrotestosteron, ein Abbauprodukt des männlichen Sexualhormons Testosteron. Auch Frauen produzieren Testosteron. Dihydrotestosteron lagert sich an den Haarfollikeln ab und kann sie schädigen. Die Haare fallen in der Folge aus.

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Minoxidil – Hilfe bei erblich bedingtem Haarausfall bei Frauen

Wie zahlreiche wissenschaftliche Studien ergeben haben, ist Minoxidil das einzige Medikament, das bei der androgenetischen Alopezie bei Frauen hilft. Langzeitstudien über die Wirkung sind jedoch noch nicht vorhanden.

Minoxidil wurde ursprünglich als blutdrucksenkendes Mittel verwendet. Aufgrund der starken Nebenwirkungen wird es als Blutdrucksenker nur noch dann verwendet, wenn andere Medikamente nicht wirken.

Gegen Haarausfall wird Minoxidil unter dem Handelsnamen Regaine als Tinktur oder Schaum angeboten. Für Männer und Frauen gibt es unterschiedliche Produkte mit dem Wirkstoff Minoxidil. Das Mittel muss auf die Kopfhaut aufgetragen werden, um die Durchblutung der Kopfhaut, die Nährstoff- und die Sauerstoffversorgung der Haarfollikel zu verbessern. Es kann die Anlagerung von Dihydrotestosteron an den Haarfollikeln verhindern.

Das Haarwuchsmittel wirkt jedoch nur, solange es angewendet wird. Sind die Haarfollikel noch intakt, können sie zur Bildung neuer Haare stimuliert werden. Nach dem Absetzen des Medikaments setzt sich der Haarausfall weiter fort. Als Nebenwirkungen können trockene Kopfhaut, Juckreiz und Rötungen der Kopfhaut, Schuppenbildung und Gesichtsschwellungen auftreten. Das Medikament darf nicht von schwangeren und stillenden Frauen angewendet werden. Ein Mittel gegen den erblich bedingten Haarverlust ist auch Finasterid, doch dürfen es Frauen nicht anwenden.

GEBRAUCHSINFORMATIONEN

Hier können Sie die Merkmale von Regaine (Minoxidil) genauer unter die Lupe nehmen. Vergewissern Sie sich vor der Einnahme über die Gegenanzeigen, Wechselwirkungen und Nebenwirkungen – und vor allem: konsumieren Sie kein Medikament aus unseriösen Quellen oder ohne Konsultation einer medizinischen Einrichtung. Die Quelle der Gebrauchsinformationen ist regaine.de

Weitere Behandlungsmöglichkeiten von erblich bedingtem Haarverlust bei Frauen

Hormonpräparate sind bei Frauen in den Wechseljahren geeignet, um den Haarausfall zu behandeln. Nahrungsergänzungsmittel mit Taurin, Koffein oder Kieselerde werden zwar empfohlen, doch die Wirkung ist nicht hinreichend belegt. Eine androgenetische Alopezie bei Frauen kann auch nichtmedikamentös behandelt werden. Auch diese Behandlungsmöglichkeiten wirken nur, wenn die Haarfollikel noch intakt sind:

  • Eigenblutbehandlung (PRP): Blut wird aufbereitet, ist reich an Blutplättchen und wird unter die Kopfhaut gespritzt
  • Mesohair-Therapie: Wirkstoffcocktail aus Vitaminen, Mineralstoffen und Enzymen wird auf die Bedürfnisse der Patientin abgestimmt und unter die Kopfhaut gespritzt
  • Microneedling: Mit einem Nadelroller mit zahlreichen Nadeln werden kleine Verletzungen auf der Kopfhaut erzeugt, die einen Haarausfall verhindern sollen
  • Sauerstofftherapie: Sauerstoff, mit Wirkstoffen angereichert, wird unter Hochdruck in die Kopfhaut gepresst.

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Fazit: Minoxidil als wirksamstes Medikament

Minoxidil ist das wirksamste Medikament, um einen erblich bedingten Haarausfall zu behandeln. Es verbessert die Durchblutung der Kopfhaut und verhindert die Anlagerung von Dihydrotestosteron an den Haarfollikeln. Schwangere und stillende Frauen dürfen Minoxidil nicht anwenden. Minoxidil wirkt nur, solange es angewendet wird.

Autor: Peter KleinHaarausfall Selbsthilfe Interessengemeinschaft

Quellen


  • Prävalenz (Häufigkeit) von androgenetischer Alopezie (erblich bedingtem Haarausfall): https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24566563?dopt=Abstract
  • Haarausfall und Umwelteinflüsse [Ärzteblatt]: https://www.aerzteblatt.de/archiv/17686/Haarausfall-und-Umwelteinfluesse
  • Wolff H et al. Diagnostik und Therapie von Haar- und Kopfhauterkrankungen. Deutsches Ärzteblatt 2016;113:377-386, doi: 10.3238/arztebl.2016.0377
  • Auswirkung von Spurenelementen Zink und Eisen auf Haarausfall [Studie]: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24371385
  • Effektivität von 5-Alpha-Reduktase (Dutasterid) bei Haarausfall: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17110217
  • DocCheck Thema Haarausfall: https://flexikon.doccheck.com/de/Haarausfall
  • Medikamente online kaufen: https://www.zoll.de/DE/Fachthemen/Verbote-Beschraenkungen/Schutz-der-menschlichen-Gesundheit/Arzneimittel/Verbringungsverbote-Ausnahmen/verbringungsverbote-ausnahmen_node.html
  • Artikel über Haarausfall Spiegel.de: https://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/regaine-und-der-wirkstoff-minoxidil-funktioniert-das-tatsaechlich-a-1081291.html