Haartransplantation bei Frauen – das müssen Sie wissen!

Zuletzt aktualisiert: November, 2019

Haarausfall wird immer noch weitgehend als ein vorwiegend männliches Problem aufgefasst. Es stimmt zwar, dass die Herren der Schöpfung öfter und im Schnitt härter betroffen sind, jedoch ist diese Auffassung bei einer Quote von rund 40% aller Frauen, die Anzeichen für Haarausfall aufweisen, nicht ganz gerechtfertigt.

Außerdem ist sicher, dass Frauen oft schlimmer unter dem Ausmaß Ihres Haarausfalls leiden. Wie sich weiblicher Haarausfall von seinem männlichen Gegenpart unterscheidet und ob sich diese Unterschiede auf die Haartransplantation bei Frauen auswirken, erfahren Sie hier.

Es gibt nur wenige Bereiche, in denen sich so viele schwarze Schafe tummeln wie im Bereich der Haartransplantation. Wir bieten unseren Lesern daher eine kostenlose Online-Beratung und Falleinschätzung an.

So unterscheidet sich Haarausfall bei Frauen zu männlichem Haarausfall

Ähnlich wie die populäre Meinung hat auch die Forschung Ihren Fokus im Bezug auf die Erforschung von Haarausfall auf die Männerwelt gelegt. Das hat zur Folge, dass weiblicher Haarausfall im Vergleich noch nicht so gut verstanden wird. Fakt ist jedoch, dass er ebenfalls durch die Wirkung von Androgenen (DHT) ausgelöst wird. Der wichtige Unterschied liegt darin, dass Frauen mit einem höheren Östrogenspiegel über einen körpereigenen Schutzmechanismus gegen DHT verfügen.

Die aktuellsten wissenschaftlichen Resultate lassen deshalb vermuten, dass hier hormonelle Unregelmäßigkeiten in Form eines extrem niedrigen Östrogenspiegels die Wirkung des anlagebedingten Ausfalls erst ermöglichen.

Das wirft neue Fragen und gleichzeitig möglicherweise neue Hürden und Behandlungsansätze auf, da der weibliche Östrogenspiegel aufgrund vieler Ursachen, wie z.B. Stress, Mangelernährung oder genetischer Begünstigung sinken und beeinflusst werden kann.

Optisch unterscheiden sich die meisten Fällen von Haarausfall bei Frauen deutlich zum Haarausfall bei Männern. Bei ihnen beginnt der Ausfall meist am Scheitel und breitet sich in alle Richtungen aus, fast schon wie ein diffuser Haarausfall. Das Resultat ist ein insgesamt ausgedünnter Haarwuchs, gänzlich kahle Stellen oder gar eine Glatze sind bei Frauen äußerst selten.

Wie läuft eine Haartransplantation bei Frauen ab?

“Ähnlich wie bei den Männern”, ist eine sehr einfache, aber gleichzeitig auch bereits recht treffende Antwort auf diese Frage. Im Bezug auf den reinen Eingriff ist sie sogar gänzlich korrekt. Auch als Frauen stehen Ihnen hier die Verfahren FUT (Follicar Unit Transplantation) und FUE (Follicar Unit Extraction) zur Verfügung (eine ausführliche Gegenüberstellung der beiden Methoden finden Sie hier).

Im Zuge der ersteren wird Ihnen an geeigneter Stelle nach einer lokalen Betäubung ein Haarstreifen entnommen, der anschließend in einzelne funktionelle Haarwurzeln aufgespalten wird.

Bei der FUE-Methode ist die Entnahme einzelner Grafts mithilfe einer etwa 0,6 mm großen Hohlnadel vorgesehen. Die somit bereitgestellten Haarwurzeln werden anschließend bei beiden Methoden an die entsprechenden Stellen gepflanzt, wofür im Voraus winzige Zugänge gelegt werden.

Allerdings unterscheidet sich der Prozess der Behandlung Ihres Haarausfalls als Frau im Ganzen in einigen Punkten. Da im Fall von Frauen wesentlich mehr potentielle Ursachen zur Debatte stehen, wird ein Facharzt mit Ihnen diese erst einmal abarbeiten, bevor an eine Transplantation gedacht wird. In vielen Fällen, wie z.B. einem durch Eisenmangel herbeigeführten Haarausfall, können die Symptome durch eine entsprechende Behandlung ganz ohne Transplantation wieder entfernt bzw. reduziert werden.

Sollte in Ihrem Fall eine Nachbehandlung empfohlen werden, welche die Nutzung von Präparaten beinhaltet, wird sich diese auch aller Wahrscheinlichkeit nach von der eines Mannes unterscheiden. Bei Frauen kommt oftmals Minoxidil zum Einsatz, da Finasterid nur bei Männern angewendet werden darf. Das sorgt natürlich für andere potentielle Nebenwirkungen, die es zu beachten gilt – mehr dazu finden Sie hier.

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Kosten für eine Haartransplantation bei Frauen

Haartransplantation oder Finasterid

Was die Kosten anbelangt, werden Frauen nicht anders als Männer behandelt. Halten Sie sich auf jeden Fall von Anbietern fern, bei denen dies augenscheinlich nicht der Fall ist. Der Preis für eine Haartransplantation setzt sich aus einigen Fixkosten und dem Preis pro Graft zusammen (manche Ärzte bieten auch Pauschalpreise – informieren Sie sich in diesem Fall genau!). Letzterer liegt in Deutschland bei etwa 3,30 €.

Für eine umfassende Haartransplantation werden rund 2000 Grafts benötigt, womit wir auf einen Preis von etwa 7.000 € kommen. Die kann, je nach Anbieter und dem Härtegrad Ihres Haarausfalls, aber starken Unterschieden unterliegen. Eine ausführliche Anbieterrecherche kann Ihnen also einiges an Geld sparen.

haartransplantation polen

Haartransplantation bei Frauen – Die Risiken

Auch im Bezug auf die Risiken haben Frauen keine Vor- oder Nachteile gegenüber den Männern zu erwarten. Ernsthafte gesundheitliche Gefahren birgt die Haartransplantation nicht. Allerdings handelt es sich hier immer noch um einen fordernden Eingriff, der bei fehlerhafter Durchführung zu unschönen optischen Folgen führen kann – gerade für viele Frauen wäre das natürlich fatal und bei solch einem Kostenfaktor schlichtweg untragbar.

Deshalb wollen wir Ihnen zum Abschluss nochmal an’s Herz legen, die Ärzte genau zu recherchieren und den Eingriff nur dann durchführen zu lassen, wenn Sie ihm und seinem Team zur Gänze vertrauen und sich sicher sind, dort eine kompetente Behandlung zu erhalten.

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Autor: Peter KleinHaarausfall Selbsthilfe Interessengemeinschaft

Quellen


  • Prävalenz (Häufigkeit) von androgenetischer Alopezie (erblich bedingtem Haarausfall): https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24566563?dopt=Abstract
  • Haarausfall und Umwelteinflüsse [Ärzteblatt]: https://www.aerzteblatt.de/archiv/17686/Haarausfall-und-Umwelteinfluesse
  • Wolff H et al. Diagnostik und Therapie von Haar- und Kopfhauterkrankungen. Deutsches Ärzteblatt 2016;113:377-386, doi: 10.3238/arztebl.2016.0377
  • Auswirkung von Spurenelementen Zink und Eisen auf Haarausfall [Studie]: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24371385
  • Effektivität von 5-Alpha-Reduktase (Dutasterid) bei Haarausfall: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17110217
  • DocCheck Thema Haarausfall: https://flexikon.doccheck.com/de/Haarausfall
  • Medikamente online kaufen: https://www.zoll.de/DE/Fachthemen/Verbote-Beschraenkungen/Schutz-der-menschlichen-Gesundheit/Arzneimittel/Verbringungsverbote-Ausnahmen/verbringungsverbote-ausnahmen_node.html
  • Artikel über Haarausfall Spiegel.de: https://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/regaine-und-der-wirkstoff-minoxidil-funktioniert-das-tatsaechlich-a-1081291.html