Kreisrunder Haarausfall – Das müssen Sie wissen

 Zuletzt aktualisiert: Dezember, 2019

Kreisrunder Haarausfall

Kreisrunder Haarausfall ist eine besonders knifflige Form von Haarausfall. Das liegt zum einen daran, dass es diesbezüglich schlecht um präzise wissenschaftliche Erkenntnisse steht. Zum anderen ist der Umstand, dass diese Form des Haarausfalls häufig jüngere Menschen bis ins Kindesalter betrifft, eine weitere kritische Komponente.

In diesem Artikel erfahren Sie die wichtigsten Infos zu kreisrundem Haarausfall und was diesen so von anderen Haarausfall-Arten abhebt.


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Kreisrunder Haarausfall – Verbreitete Symptome

Kreisrunder Haarausfall führt dazu, dass sich meist innerhalb kürzester Zeit kahle Stellen in rundlicher Form auf dem Kopf bilden. In selteneren Fällen betrifft dies auch die Körper- und Gesichtsbehaarung. Ein deutliches Erkennungsmerkmal ist auch der zackenförmige Rand, der sich um die betroffenen Stellen herum bildet. Diese abgebrochenen Haare nennt man umgangssprachlich “Ausrufezeichen-Haare”.

Weiterhin sollten Sie wissen, dass kreisrunder Haarausfall ungewöhnlich häufig in Verbindung mit Auto-Immunkranheiten, wie z.B. einigen Schilddrüsenerkrankungen, auftritt. In der Medizin wird das mit der Annahme begründet, dass es sich bei kreisrundem Haarausfall ebenfalls um einen Ableger dieser Krankheitsart handelt.

Es gibt zudem weitere Sonderformen von kreisrundem Haarausfall, mit denen andere Symptome in Verbindung stehen. Zu erwähnen ist diesbezüglich jene Sonderform, welche zum Ausfall der Haare am Nacken und entlang des Haaransatzes führt. Eine weitere, jedoch äußerst selten auftretende Form, wirkt rein äußerlich wie ein diffuser Haarausfall, da Sie keine komprimierten Stellen betrifft, sondern auf der gesamten Kopfhaut wirkt.

Die Diagnose von kreisrundem Haarausfall

Diagnostiziert werden kann kreisrunder Haarausfall aufgrund der markanten Optik, die er häufig mit sich bringt, recht simpel. Natürlich wird ein Arzt jedoch weitere Untersuchungen an Ihnen vornehmen, um dieses rein oberflächliche Ergebnis zu bestätigen.

Dazu zählt unter anderem eine Begutachtung Ihrer Körperhaare, Haut und der Nägel, da diese im Falle von kreisrundem Haarausfall dazu neigen, ebenfalls Veränderungen durchzumachen.

Außerdem wird Ihre Kopfhaut im Normalfall mittels Dermatoskop begutachtet, um den aktuellen Zustand Ihrer Haarporen in Erfahrung zu bringen. Von diesem hängt schließlich merklich ab, wie es um die Chancen steht, ob die Haare an der betroffen Stelle wieder nachwachsen.

Was wirkt wirklich gegen Haarausfall? Wissenschaftlich erwiesene und geprüfte Wirkstoffe sind Finasterid und Minoxidil. Auch Studien zu Zink sind vielversprechend. Sie können die Studien zu den Stoffen nachlesen – wir haben den aktuellsten Stand der Forschung für Sie zusammengetragen.

So wird kreisrunder Haarausfall therapiert

Eine positive Eigenschaft von kreisrundem Haarausfall, die viele Betroffene maßgeblich erleichtert, ist der Umstand, dass er in der Regel ganz von selbst stoppt und die Haare nach einiger Zeit wieder nachwachsen. Eine spezielle Therapie wird also nur in den wenigen Fällen notwendig, die nicht dieser Regel entsprechen.

Sollte es dennoch zur Therapie kommen, ist die Behandlung mit Kortison die gängigste Methode. Die Substanz wirkt hemmend auf die Immunreaktion und kann entweder auf die kahlen Stellen aufgetragen oder unter die Kopfhaut gespritzt werden, um den gewünschten Effekt zu erzielen.

Im Zuge von Härtefällen ist auch die Einnahme als Tablette möglich – dies sollten Sie aber gründlich mit Ihrem Arzt abklären, da Sie im Zusammenhang mit dieser Methode neben einer präzisen Dosierung auch auf einige potentielle Nebenwirkungen beachten müssen.

Über diese geläufige Behandlungsmethode hinaus gibt es noch einige Ansätze, die ein ganzes Stück exklusiver sind. Die Therapie mittels DCP, einem Kontaktallergen, können Sie beispielsweise nur sehr vereinzelt in ganz Deutschland finden. Etwas zugänglicher, dafür umso spezieller ist die Nutzung eine sogenannten Psoralen-UVA-Turbans.

Diese Methode setzt auf den Mix aus einer Lösung, die mittels eines um Ihren Kopf gewickelten, darin getränkten Tuches, auf die kahlen Stellen einwirken kann, und der anschließenden Bestrahlung mit langwelligen UV-Strahlen. Leider gibt es zum Nutzen des Turbans keine fundierten wissenschaftlichen Daten, weshalb Sie darauf nur mit Bedacht zugehen sollten.


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Kreisrunder Haarausfall und die Therapie bei Kindern

Sollte kreisrunder Haarausfall sich als langfristiges Problem für ein Kind entwickeln und sich nicht von allein einstellen, ist das immer ein besonders schwieriger Fall. Schließlich können diese nicht mit den gängigen, oben beschriebenen Methoden behandelt werden.

Sollten die Symptome nicht zu kritisch ausfallen, wird Ihr Arzt oftmals dazu raten, zunächst einmal abzuwarten, da die Chancen auf eine spontane Rückbildung der Haare an den betroffenen Stellen alles andere als gering sind.

Schafft dies nicht die gewünschte Abhilfe oder liegen bereits weitere kritische Symptome, wie etwa eine Veränderung der Nägel oder das Auftreten geläufiger Begleitkrankheiten vor, hilft nur noch der Besuch einer spezialisierten dermatologischen Klinik, die mit Ihnen und Ihrem Kind am besten die richtigen Schritte besprechen und auf den Weg bringen können.

Forschung zu kreisrundem Haarausfall macht Hoffnung

Während kreisrunder Haarausfall im Bezug auf die Ursachenforschung immer noch zu großen Teilen ein Mysterium ist, konnten auf Seiten der praktischen, angewandten Forschung bereits viele Erfolge verzeichnet werden. Aktuell schlägt die Anwendung von sogenannten Januskinase-Hemmstoffen große Wellen.

Diese Stoffe, die ebenfalls erfolgreich zur Bekämpfung von einigen Knochenmark- und Rheuma-Erkrankungen genutzt werden, können die vom Körper gesendeten Signale, die zum Ausfallen der Haare führen, vorübergehend vorzeitig stoppen und so reguläres Haarwachstum ermöglichen.

Viele Ärzte und Patienten legen große Hoffnungen in die Zukunft der Januskinase-Hemmstoffe. Bis diese Methode jedoch massentauglich wird, kann aufgrund von weiteren Nachforschungen noch eine Menge Zeit ins Land gehen.


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Autor: Peter KleinHaarausfall Selbsthilfe Interessengemeinschaft

Quellen


  • Prävalenz (Häufigkeit) von androgenetischer Alopezie (erblich bedingtem Haarausfall): https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24566563?dopt=Abstract
  • Haarausfall und Umwelteinflüsse [Ärzteblatt]: https://www.aerzteblatt.de/archiv/17686/Haarausfall-und-Umwelteinfluesse
  • Wolff H et al. Diagnostik und Therapie von Haar- und Kopfhauterkrankungen. Deutsches Ärzteblatt 2016;113:377-386, doi: 10.3238/arztebl.2016.0377
  • Auswirkung von Spurenelementen Zink und Eisen auf Haarausfall [Studie]: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24371385
  • Effektivität von 5-Alpha-Reduktase (Dutasterid) bei Haarausfall: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17110217
  • DocCheck Thema Haarausfall: https://flexikon.doccheck.com/de/Haarausfall
  • Medikamente online kaufen: https://www.zoll.de/DE/Fachthemen/Verbote-Beschraenkungen/Schutz-der-menschlichen-Gesundheit/Arzneimittel/Verbringungsverbote-Ausnahmen/verbringungsverbote-ausnahmen_node.html
  • Artikel über Haarausfall Spiegel.de: https://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/regaine-und-der-wirkstoff-minoxidil-funktioniert-das-tatsaechlich-a-1081291.html