Haartransplantation – Die FUE-Methode

Zuletzt aktualisiert: September, 2020

fue methode

FUE ist die Abkürzung für Follicular Unit Extraction und stellt heutzutage eine der zwei am häufigsten angewandten Methoden der Haartransplantation dar. Die FUE-Methode ist dabei das modernere Verfahren und bietet im Vergleich zu FUT, der zweiten populären Transplantationsmethode, einige Vorteile.

Welche genau das sind, wie eine FUE-Transplantation abläuft und wann sie überhaupt sinnvoll ist, erfahren Sie hier.

Es gibt nur wenige Bereiche, in denen sich so viele schwarze Schafe tummeln wie im Bereich der Haartransplantation. Wir bieten unseren Lesern daher eine kostenlose Online-Beratung und Falleinschätzung an.

Wann macht das FUE-Verfahren Sinn?

Grundsätzlich ist das FUE-Verfahren sehr flexibel und lässt sich in der Theorie für die Behandlung sämtlicher Formen von Haarausfall anwenden. Allerdings gibt es einige Bedingungen, unter denen die Methode klar den Vorzug gegenüber FUT genießt.

Dazu gehört in erster Linie Haarausfall, der einen kleineren Bereich abdeckt. Wenn Sie also nach einer Lösung zum Abdecken von Geheimratsecken oder der Rekonstruktion Ihrer Haarlinie suchen, ist das FUE-Verfahren in den meisten Fällen die optimale Lösung.

Außerdem eignet sich das Verfahren wesentlich besser für alternative Haartransplantationen, wie etwa für Bart- oder Augenbrauenhaare, da hier nur eine vergleichsweise geringe Anzahl an Grafts eingepflanzt werden muss.

Eine Transplantation via FUE-Methode ist zudem dann eine gute Lösung, wenn Sie ohne eine großflächige Narbe auskommen möchten. Das lässt sich auf die Vorgehensweise des Verfahrens zurückführen, die wir jetzt einmal genauer beleuchten möchten.

Ablauf des FUE-Verfahrens

Das FUE-Verfahren unterscheidet sich in der Entnahmephase grundlegend von einer FUT-Transplantation. Hier werden Ihnen die Haarwurzeln, auch Grafts genannt, mit einer speziellen Hohlnadel einzeln aus dem Spendeareal entnommen. Dieses befindet sich im Normalfall am Hinterkopf, da die Haare in diesem Bereich eine Immunität gegen anlagebedingten Haarausfall besitzen.

Bevor es aber an die Entnahme geht, müssen zunächst zwei Schritte zur Vorbereitung durchgeführt werden. Zum einen wird Ihnen im Regelfall ein ausreichend großes Areal des Spendebereichs auf eine Länge von etwa 2mm rasiert.

Die Entnahme der Grafts

Dies dient hauptsächlich Hygienezwecken, da das Risiko, dass die neu verpflanzten Haare verkleben, so möglichst gering gehalten wird. Weiterhin findet noch eine lokale Betäubung des Spendeareals statt.

Dazu wird Ihnen nach einer gründlichen Desinfektion das entsprechende Mittel injiziert – Schmerzen brauchen Sie während des Eingriffs also nicht befürchten.

Nach der Entnahme werden die Grafts für die Verpflanzung aufbereitet. Ab diesem Punkt ähneln sich FUE- und FUT-Verfahren sehr stark. Die extrahierten Haargruppen werden in eine Nährstofflösung eingelegt, kontrolliert und ungeeignete Grafts gegebenenfalls aussortiert.

FUT vs. FUE

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Einsetzen der Grafts

Anschließend geht es mit dem Einsetzen der Grafts weiter. Diese Phase beginnt mit einer erneuten lokalen Betäubung, welche diesmal aber für den von Haarausfall betroffenen Bereich angewandt wird. In diesem Bereich werden dann sogenannte Empfangskanäle geschaffen.

Das sind winzige Schnitte auf der Kopfhaut, die von Ihrem Facharzt entsprechend der gewünschten Haardichte und -wuchsrichtung gesetzt werden.

Nach Anlegen der Kanäle startet das Operationsteam mit der eigentlich Haarverpflanzung. Hierzu werden mit einer Pinzette die zuvor entnommenen Graft in die Kanäle eingesetzt. Auch hier muss Ihr Haarchirurg die gewünschte Wuchsrichtung des zukünftigen Resultates beachten und die Haargruppen in einem entsprechenden Winkel einsetzen.

Ist dies geschehen und der betroffene Bereich mit den neuen Spendehaaren aufgefüllt, folgt die Kontrolle des Ergebnisses. Der Arzt überprüft hier die eingesetzten Grafts nochmals auf Dichte und Wuchsrichtung.

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Kommt es zur Narbenbildung?

Der größte Vorteil, dank dem sich die FUE-Methode auf dem Markt etabliert hat, besteht in der nahezu nichtigen Narbenbildung. Dank der minimal-invasiven Entnahme der einzelnen Grafts fällt die Belastung für das Gewebe gering aus, gerade im Vergleich zum FUT-Verfahren.

Folglich entstehen durch eine FUE-Transplantation nur winzige Narben, die mit bloßem Auge nicht sichtbar sind.

Die Kosten des FUE-Verfahrens

In Deutschland ist es die gängige Praxis, dass die Kosten für eine Haartransplantation per Graft berechnet werden. Dementsprechend wird klar, dass der Preis, den Sie für Ihre Haartransplantation zahlen müssen, stark mit dem Umfang des Eingriffs zusammenhängt.

Laut ärztlicher Gebührenordnung (GOÄ) liegt der Höchstpreis, der dafür angesetzt werden darf, bei 4,66€ – praktisch bewegt sich in Deutschland der Preis in der Regel aber bei um die 3€ pro Graft.

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Damit Sie damit auch etwas anfangen können, wollen wir das kurz anhand von zwei praxisnahen Beispielen durchrechnen. Für die Abdeckung von Geheimratsecken werden etwa um die 1.500 Grafts benötigt. Folglich kommen wir hier auf eine realistische Preiserwartung von 4.500€ – der laut GOÄ erlaubte Höchstpreis liegt wiederum bei 6.990€.

Das gleiche Spiel wollen wir nochmal mit der Behandlung einer Glatze als extremes Gegenbeispiel durchführen. Die Behandlung einer Glatze bedarf im Schnitt der Verpflanzung von etwa 8.000 Haargruppen. Rein rechnerisch können Sie also mit Gesamtkosten von 24.000€ rechnen.

Das legale Preismaximum liegt bei 37.280€. Wir wollen dazu aber erwähnen, dass dieser Abschnitt nur der Veranschaulichung dient – eine vollwertige FUE-Transplantation im traditionellen Sinne ist im Falle einer Glatze in den meisten Fällen nur eingeschränkt bis gar nicht möglich. Hierfür gibt es zwar die Alternative, sich sogenannte Biofaser-Haare verpflanzen zu lassen, allerdings steht diese in Verbindung mit zahlreichen Risiken und Negativaspekten.

Zu den bisher aufgeschlüsselten Kosten kommen noch weitere nach GOÄ vorgeschriebene Fixkosten auf Sie zu. Diese belaufen sich laut aktuellem Stand bei 177,11€ und umfassen die lokale Betäubung (GOÄ 491) und die sogenannte “Anlage eines haartragenden Hautimplantates” (GOÄ 2385).

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Vor- und Nachteile der FUE-Methode

Der größte Vorteil des FUE-Verfahrens besteht, wie bereits angesprochen, in seiner vergleichsweise schonenden Natur. Der Vorgang ist minimal-invasiv, belastet das Hautgewebe nur unwesentlich und hinterlässt keine sichtbaren Narben.

Damit einher geht auch das verminderte Risiko, dass Sie den sogenannten “Shock Loss” erleben.

Als “Shock Loss” bezeichnet man das drastische Ausfallen der Haare kurze Zeit nach der Haartransplantation, welches aufgrund der während des Eingriffs vorkommenden Gewebebelastung auftritt.

Ebenfalls im Zusammenhang mit der schonenden Vorgehensweise des Verfahrens steht die geringe Regenerationszeit. In den meisten Fällen können Sie nach einer Woche wieder bedenkenlos körperlich aktiv werden.

Zum Vergleich: Für eine Transplantation via FUT-Methode wird im Normalfall eine Schonzeit von mindestens einem Monat angesetzt. Dieser Vorzug fällt je nachdem, wie sehr Sie sich körperlich betätigen, natürlich unterschiedlich stark ins Gewicht.

Natürlich muss das FUE-Verfahren auch einige Nachteile im Vergleich zur älteren FUT-Methode aufweisen – sonst wäre diese schließlich nicht mehr so präsent auf dem Markt vertreten. Allen voran geht da natürlich der Preisfaktor.

Zwar handelt es sich in beiden Fällen um vergleichsweise günstige Verfahren zur Haarverpflanzung, trotzdem kann eine FUE-Transplantation gerne mal einige tausend Euro mehr kosten.

Das hängt natürlich wieder stark vom Umfang der Operation ab. Begründen lässt sich dieser Preisunterschied natürlich in erster Linie mit dem Mehraufwand, der für eine Transplantation via FUE-Verfahren notwendig wird.

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Damit einher geht auch die längere Behandlungsdauer. Eine typische FUE-Sitzung kann gerne mal zwischen 5 und 8 Stunden andauern – nicht gerade entspannt. Je nach benötigter Graftanzahl kann es auch vorkommen, dass Sie zwei Sitzungen über sich ergehen lassen müssen.

In solchen Fällen wird Ihr Haarchirurg Ihnen meistens eine FUT-Transplantation vorschlagen, da eine Behandlung über mehrere Sitzungen durchaus einige Probleme mit sich bringen kann, da die zuvor entstandenen Mikro-Narben eine zweite Sitzung für das Operationsteam merklich erschweren.

Ein weiterer Nachteil, der in seiner Gewichtung allerdings subjektiv ausfällt, betrifft die notwendige Rasur der Entnahmestelle. Je nachdem, wieviel des Spendeareals nun tatsächlich rasiert werden muss und wie sich das in die persönliche Frisuren-Planung integrieren lässt, kann das ein ernsthaftes ästhetisches Manko für mehrere Wochen oder Monate darstellen. Gerade viele Frauen haben damit durchaus ein ernstes Problem.

Deshalb sollten Sie im Vornherein und gegebenenfalls mit Ihrem Haarchirurgen abwägen, inwieweit Sie mit diesem Umstand in der ersten Zeit nach dem Eingriff umgehen können bzw. wollen.

Das Fazit zur FUE-Methode

Das FUE-Verfahren ist eine sichere und bewährte Art der Haartransplantation – so viel ist Fakt. Ob es sich dabei nun um die richtige Behandlungsmethode für Sie handelt, müssen Sie zunächst einmal selbst entscheiden. Mit den hier bereitgestellten Infos sollten Sie dafür auf jeden Fall eine gewisse Entscheidungsgrundlage besitzen. Lassen Sie sich aber definitiv von einem Facharzt beraten.

Schließlich ist Haarausfall immer eine Problematik, die von Einzelfall zu Einzelfall betrachtet werden muss.

Nehmen Sie sich dafür alle Zeit, die Sie brauchen, bis Sie sich zu einhundert Prozent sicher sind – schließlich soll das Ergebnis am Ende ein voller Erfolg werden.

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