Wirkt Minoxidil gegen Haarausfall wirklich?

Zuletzt aktualisiert: Dezember, 2019

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Minoxidil ist ein Wirkstoff, der bereits seit Ende der 1980er-Jahren bekannt ist und gegen Haarausfall und Bluthochdruck eingesetzt wird.

Er wurde zuerst gegen Haarausfall, vor allem gegen den erblich bedingten Haarausfall zugelassen und ist heute in zahlreichen Lösungen und Schaums gegen Haarausfall enthalten. Wir haben aktuelle Studien und Erkenntnisse zur Wirkung von Minoxidil hier zusammengefasst.


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Wo kommt Minoxidil zum Einsatz?

Das erste Anwendungsgebiet von Minoxidil ist die Behandlung von Bluthochdruck. Der Wirkstoff hat eine gefäßweitende Wirkung und gehört damit zu den sogenannten vasodilatierenden Antihypertensiva, der medizinische Ausdruck für Blutdrucksenker. Minoxidil wird dann gegen Bluthochdruck eingesetzt, wenn die sonst genutzten Medikamente keine Wirkung zeigen. Es ist somit als Alternativmittel in Reserve anzusehen.

Der zweite Anwendungsbereich ist der gegen erblich bedingten Haarausfall, medizinisch androgenetische Alopezie genannt. Eine gute Wirksamkeit ist bei Männern zwischen 18 und 49 Jahren für mittig am Kopf auftretenden Haarausfall belegt.

Nach einigen Wochen der Anwendung stoppt bei den meisten Männern der Haarausfall und bei vielen wird ein vermehrtes Haarwachstum beobachtet.

Wird Minoxidil abgesetzt, stellt sich auch der Haarausfall wieder ein. Es muss somit durchgängig angewendet werden. In geringer Dosierung ist Minoxidil auch bei erblich bedingten Haarausfall bei Frauen anwendbar. Mehr dazu unter: www.haarausfall-selbsthilfe.com/minoxidil-frauen

Was wirkt wirklich gegen Haarausfall? Wissenschaftlich erwiesene und geprüfte Wirkstoffe sind Finasterid und Minoxidil. Auch Studien zu Zink sind vielversprechend. Sie können die Studien zu den Stoffen nachlesen – wir haben den aktuellsten Stand der Forschung für Sie zusammengetragen.

Wie wirkt der Wirkstoff Minoxidil?

Wie genau Minoxidil gegen Haarausfall hilft, ist nicht bekannt. Eine mögliche Erklärung ist eine bessere Durchblutung der Haarwurzel, da Minoxidil gefäßerweiternd wirkt und im Anwendungsgebiet der Kopfhaut so für eine bessere Durchblutung sorgt, was wiederum positiv auf die Haarwurzeln wirkt.

Eine alternative Erklärung sagt aus, dass insgesamt die Neubildung von Blutgefäßen angeregt wird und so die bessere Durchblutung der Haarwurzeln zustande kommt.

Nachweisbar in klinischen Studien ist bisher der verbesserte Haarwuchs, nicht der genaue Wirkmechanismus.

Frauen sprechen bei erblich bedingten Haarausfall besser auf Minoxidil an. Für Frauen reichen schon geringe Dosierungen des Wirkstoffes aus, um ein positives Ergebnis zu erzielen. Bei Männern kann Minoxidil den Haarausfall und damit die Glatzenbildung verlangsamen und es regt den Haarwuchs an. Eine vollständige Rückbildung ist für gewöhnlich aber nicht gegeben.

Minoxidil bei Frauen

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Wie bereits erwähnt, scheint Minoxidil besonders gut bei Frauen zu wirken. Eine Meta-Studie, die 47 Studien zu diesem Thema näher untersucht hat, kommt zu diesem Ergebnis. Vorsichtig formuliert, wirkt Minoxidil besser als ein Placebo. In knapp der Hälfte der Studien war bei den Frauen ein moderater bis sehr starker Anstieg des Haarwuchses zu beobachten.

Verglichen wurde grundsätzlich mit einer Placebo-Gruppe. Auch die Nebenwirkungen wurden untersucht. Insgesamt wurden nur leichte Nebenwirkungen beobachtet, sodass auch für Frauen Minoxidil relativ gut verträglich ist.

Shedding-Effekt bei Minoxidil?

Bei der Anwendung von Minoxidil werden einige Anwender nach einiger Zeit einen verstärkten Haarausfall feststellen. Das ist nicht gleichbedeutend mit einer Nicht-Wirkung, sondern ganz im Gegenteil. Dieser Haarausfall wird als Shedding-Effekt bezeichnet, denn hier fallen die Haare aus, die am Ende ihres Lebenszyklus angekommen sind und nun Platz machen für neue, nachwachsende Haare.

Der Shedding-Effekt ist somit ein gutes Zeichen, denn nun können gesunde, kräftige Haare nachwachsen. Minoxidil wirkt auf die Haarwurzeln so ein, dass sie wieder angeregt werden, zu arbeiten. Somit soll sich wieder ein normaler Haarwuchszyklus einstellen.

Dazu gehört auch das Ausfallen alter Haare. Tritt dieses nun verstärkt auf, ist das eher als Wirksamkeit von Minoxidil zu sehen. Denn mit ein bisschen Geduld werden sich dann die jungen Haare zeigen und der kräftigere Haarwuchs ist dann auch irgendwann sichtbar.


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Minoxidil Nebenwirkungen

Wie jeder medizinische Wirkstoff hat auch Minoxidil Nebenwirkungen. In der richtigen Dosierung sind diese für gewöhnlich sehr moderat. Minoxidil ist allgemein relativ gut verträglich. Häufige Nebenwirkungen bei der Anwendung gegen Haarausfall ist Juckreiz auf der Kopfhaut.

Schuppenbildung und Akne können weitere Folgen sein. Grund hierfür ist in erster Linie der in der Lösung enthaltene Alkohol, der die Kopfhaut austrocknet, und nicht Minoxidil selbst.

In seltenen Fällen können auch schwerere Hautreaktionen auftreten, in diesem Fall muss Minoxidil sofort abgesetzt und ein Hautarzt aufgesucht werden. In seltenen Fällen sind zudem Übelkeit, Magen-Darm-Beschwerden, Blutarmut und Lungenveränderungen, vor allem bei zu hoher Dosierung.

Bei Überdosierung treten meist zuerst andere Nebenwirkungen auf. Dazu zählen ein niedriger Blutdruck – die zweite wesentlich Wirkung von Minoxidil -, Herzrasen und Kopfschmerzen.

Vorsicht bei Vorerkrankungen

Minoxidil darf zudem bei bestimmten Vorerkrankungen nicht angewendet werden. Dazu gehören ein Phäochromozytom (Tumor in der Nebenniere), eine pulmonale Hypertonie oder ein Herzinfarkt. In der Schwangerschaft und Stillzeit darf Minoxidil ebenfalls nicht eingenommen werden.

Die Anwendung bei Kindern ist nur unter strenger ärztlicher Aufsicht möglich. Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten treten insbesondere mit anderen Blutdruckmitteln auf. Hier ist besondere Vorsicht geboten.

Tipp

Monoxidil und Finasterid zählen zu den den wissenschaftlich nachgewiesenen Wirkstoffen gegen Haarausfall. Zu anderen Mitteln, wie Zink, gibt es kaum wissenschaftliche Studien.

Fazit: Ja, Minoxidil hilft bei erblich bedingtem Haarausfall

Minoxidil wirkt gegen erblich bedingten Haarausfall in vielen, aber nicht allen Fällen. Vor allem bei Frauen zeigt sich eine gute Wirksamkeit. Der Haarausfall wird gestoppt und ein stärkerer Haarwuchs wird angeregt. Allerdings bilden sich bereits kahle Stellen in den meisten Fällen nicht zurück. Die Wirkung ist außerdem leider nicht überdauernd, das heißt: wird das Mittel abgesetzt, fallen die Haare wieder aus.

Somit ist das Mittel zwar wirksam, aber kein Heilmittel, dass die Glatzenbildung wieder rückgängig machen kann.


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Autor: Peter KleinHaarausfall Selbsthilfe Interessengemeinschaft

Quellen und weitere Literatur


  • Prävalenz (Häufigkeit) von androgenetischer Alopezie (erblich bedingtem Haarausfall): https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24566563?dopt=Abstract
  • Haarausfall und Umwelteinflüsse [Ärzteblatt]: https://www.aerzteblatt.de/archiv/17686/Haarausfall-und-Umwelteinfluesse
  • Wolff H et al. Diagnostik und Therapie von Haar- und Kopfhauterkrankungen. Deutsches Ärzteblatt 2016;113:377-386, doi: 10.3238/arztebl.2016.0377
  • Auswirkung von Spurenelementen Zink und Eisen auf Haarausfall [Studie]: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24371385
  • Effektivität von 5-Alpha-Reduktase (Dutasterid) bei Haarausfall: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17110217
  • DocCheck Thema Haarausfall: https://flexikon.doccheck.com/de/Haarausfall
  • Medikamente online kaufen: https://www.zoll.de/DE/Fachthemen/Verbote-Beschraenkungen/Schutz-der-menschlichen-Gesundheit/Arzneimittel/Verbringungsverbote-Ausnahmen/verbringungsverbote-ausnahmen_node.html
  • Artikel über Haarausfall Spiegel.de: https://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/regaine-und-der-wirkstoff-minoxidil-funktioniert-das-tatsaechlich-a-1081291.html