Hormonell bedingter Haarausfall: Was hilft jetzt wirklich?

Zuletzt aktualisiert: Oktober, 2019

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Ein hormonell bedingter Haarausfall trifft Frauen häufiger als Männer und hat verschiedene Ursachen. Ein Arztbesuch ist unumgänglich, da nur der Arzt entscheiden kann, ob eine Hormontherapie sinnvoll ist. Häufig erfolgt eine Selbstregulation des Körpers, sodass nach dem Verschwinden der Störung eine Besserung eintritt.

Was wirkt wirklich gegen Haarausfall? Wissenschaftlich erwiesene und geprüfte Wirkstoffe sind Finasterid und Minoxidil. Auch Studien zu Zink sind vielversprechend. Sie können die Studien zu den Stoffen nachlesen – wir haben den aktuellsten Stand der Forschung für Sie zusammengetragen.

Hormonell bedingter Haarausfall – Was ist das?

Ein Haarausfall liegt vor, wenn über einen längeren Zeitraum täglich mehr als 100 Haare ausfallen. Beim weiteren Fortschreiten des Haarausfalls zeigen sich kahle Stellen auf dem Kopf oder die Haare werden immer lichter. Ein hormonell bedingter Haarausfall kann durch verschiedene Hormonstörungen ausgelöst werden. Zumeist handelt es sich um einen diffusen Haarausfall.


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Ursachen für einen hormonell bedingten Haarausfall

Bei Männern und Frauen kann ein hormonell bedingter Haaraufall durch eine Hormonstörung der Schilddrüse auftreten. Er zeigt sich als diffuser Haarausfall. Auf dem gesamten Kopf fallen die Haare gleichmäßig aus. Sowohl eine Über- als auch eine Unterfunktion der Schilddrüse kann die Ursache sein.

Deutlich häufiger als bei Männern ist ein hormonell bedingter Haarausfall bei Frauen, da noch weitere Ursachen in Frage kommen:

Schwangerschaft und Geburt

In der Schwangerschaft steigt der Östrogenspiegel, was zu längeren Wachstumsphasen der Haare und zu mehr Haaren führt. Nach der Geburt nimmt der Östrogenspiegel wieder ab. Die Haare gehen verstärkt von der Wachstums- in die Ruhephase über. Die Folge ist ein hormonell bedingter Haarausfall, der diffus auftritt.

Antibabypille

Die Einnahme der Antibabypille als Ovulationshemmer kann zum hormonell bedingten diffusen Haarausfall führen. Die Antibabypille ist ein Hormoncocktail aus Östrogenen und Gestagenen, der den Eisprung verhindern soll. Viele Antibabypillen enthalten künstliche Östrogene. Wird die Pille abgesetzt, kommt es zu einem hormonell bedingten diffusen Haarausfall, ähnlich wie nach einer Schwangerschaft.

Wechseljahre

Eine häufige Ursache von hormonell bedingtem Haarausfall bei Frauen sind die Hormonumstellungen während und nach den Wechseljahren. Die auch von Frauen produzierten männlichen Hormone, die Androgene, werden nicht mehr ausreichend in Östrogene umgewandelt. Das Abbauprodukt von Testosteron, Dihydrotestosteron, kann sich an den Haarwurzeln festsetzen und sie schädigen. Liegt eine genetische Veranlagung für Haarausfall vor, kann sich der Haarverlust nach den Wechseljahren verstärken. Der Haarausfall kann verstärkt um den Mittelscheitel auftreten, doch kann er sich auch als kreisrunder Haarausfall, Alopecia areata, zeigen. Die Haare fallen dann an scharf begrenzten, kreisrunden Arealen aus.

Behandlung des hormonell bedingten Haarausfalls

Stellst du nach dem Absetzen der Pille oder nach der Schwangerschaft einen verstärkten Haarausfall fest, ist zumeist keine Behandlung erforderlich. Du solltest abwarten, da sich der Hormonhaushalt nach einiger Zeit wieder normalisiert. Die Haare wachsen wieder nach, wenn die Hormonstörung beseitigt ist. Das kann auch beim Haarausfall nach den Wechseljahren der Fall sein.

Tritt der Haarausfall verstärkt auf und hält er an, solltest du einen Hautarzt konsultieren. Er kann feststellen, welche Ursache hinter deinem Haarausfall steckt, und gegebenenfalls eine Behandlung einleiten. Der Arzt entscheidet, ob eine Hormontherapie sinnvoll ist, da häufig die Nebenwirkungen nicht zu unterschätzen sind.

Fazit: Besserung tritt in vielen Fällen durch Selbstregulation ein

Bei einem hormonell bedingten Haarverlust tritt häufig eine Besserung durch Selbstregulation ein, wenn die Hormonstörung beseitigt ist. Du solltest abwarten, ob sich der Haarausfall über längere Zeit fortsetzt. In diesem Fall liegt häufig eine andere Ursache vor.

Autor: Peter KleinHaarausfall Selbsthilfe Interessengemeinschaft

Quellen


  • Prävalenz (Häufigkeit) von androgenetischer Alopezie (erblich bedingtem Haarausfall): https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24566563?dopt=Abstract
  • Haarausfall und Umwelteinflüsse [Ärzteblatt]: https://www.aerzteblatt.de/archiv/17686/Haarausfall-und-Umwelteinfluesse
  • Wolff H et al. Diagnostik und Therapie von Haar- und Kopfhauterkrankungen. Deutsches Ärzteblatt 2016;113:377-386, doi: 10.3238/arztebl.2016.0377
  • Auswirkung von Spurenelementen Zink und Eisen auf Haarausfall [Studie]: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24371385
  • Effektivität von 5-Alpha-Reduktase (Dutasterid) bei Haarausfall: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17110217
  • DocCheck Thema Haarausfall: https://flexikon.doccheck.com/de/Haarausfall
  • Medikamente online kaufen: https://www.zoll.de/DE/Fachthemen/Verbote-Beschraenkungen/Schutz-der-menschlichen-Gesundheit/Arzneimittel/Verbringungsverbote-Ausnahmen/verbringungsverbote-ausnahmen_node.html
  • Artikel über Haarausfall Spiegel.de: https://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/regaine-und-der-wirkstoff-minoxidil-funktioniert-das-tatsaechlich-a-1081291.html