Haarausfall: Was sind die häufigsten Ursachen?

Zuletzt aktualisiert: Dezember, 2019

Haarausfall Ursachen

Haarausfall betrifft nicht nur Männer im fortgeschrittenen Alter. Frauen und Männer jeglichen Alters können an Haarverlust leiden. In der Regel ist dieser gesundheitlich vollkommen unbedenklich, dennoch belastet er oft die Psyche der Betroffenen. Um etwas gegen den Haarausfall tun zu können, muss aber zunächst die Ursache festgestellt werden.


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Ab wann wird von Haarausfall gesprochen?

Von Haarausfall (Effluvium) wird immer dann gesprochen, wenn täglich mehr als 50 bis 100 Haare ausfallen. Fallen täglich beispielsweise 200 Haare aus, lässt sich der verstärkte Ausfall (noch) nicht erkennen. Er ist also nicht sichtbar.

Haarausfall kann allerdings auch deutlich gravierender sein. In vielen Fällen lässt sich die (beginnende) Haarlosigkeit sehr gut erkennen. Um diese Form des Haarausfalls vom herkömmlichen Haarausfall unterscheiden zu können, wird hier von einer Alopezie gesprochen.

Was wirkt wirklich gegen Haarausfall? Wissenschaftlich erwiesene und geprüfte Wirkstoffe sind Finasterid und Minoxidil. Auch Studien zu Zink sind vielversprechend. Sie können die Studien zu den Stoffen nachlesen – wir haben den aktuellsten Stand der Forschung für Sie zusammengetragen.

Welche verschiedenen Arten gibt es?

Haarausfall kann unterschiedliche Ursachen haben. Deshalb wird er in der Medizin nach klaren Regeln kategorisiert. Besonders häufig sind demnach:

  • Effluvium
  • erblich bedingter Haarausfall
  • kreisrunder Haarausfall
  • diffuser Haarausfall

Effluvium bezeichnet einen gesteigerten Haarausfall. Dieser ist allerdings nicht direkt sichtbar. Betroffene erkennen den Haarausfall meist daran, dass mehr Haare als sonst verlieren. Kahle Stellen bilden sich in der Regel jedoch nicht.

Der erblich bedingte Haarausfall (androgenetischer Haarausfall beziehungsweise androgenetische Alopezie) tritt in 95 Prozent der Fälle von sichtbarem Haarausfall auf. Er betrifft sowohl Männer, als auch Frauen, meist ab dem mittleren Lebensalter. Typische Kennzeichen für diese Art des Haarausfalls ist bei Frauen der Haarverlust in der Schädelmitte. Bei Männern hingegen im Bereich der Schläfen und dem Hinterhaupt. Wichtig zu wissen ist auch, dass es sich hierbei keineswegs um eine Erkrankung handelt, sondern um eine gewöhnliche Alterungserscheinung.

Der kreisrunde Haarausfall (Alopecia areata) ist eine Autoimmunerkrankung. Hier bilden sich kreisrunde kahle Stellen im Bereich der Bart- oder Kopfhaare. In seltenen Fällen können aber auch andere behaarte Stellen betroffen sein. Auch diese Art des Haarausfalls tritt bei beiden Geschlechtern auf – allerdings meist schon vor dem 30. Lebensjahr.

Der diffuse Haarausfall hingegen tritt bei Männern seltener auf, als bei Frauen. Diese Art des Haarausfalls lässt sich daran erkennen, dass es in allen Regionen der Kopfbehaarung zu Haarverlust kommt – völlig ohne erkennbares Muster. Sein Auftreten ist vollkommen altersunabhängig.

Natürlich gibt es noch viele weitere Haarausfall-Arten. Sie treten im Vergleich zu den oben genannten Arten jedoch deutlich seltener auf.


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Was sind häufige Ursachen?

Die Ursachen für Haarausfall können völlig unterschiedlich sein. Einerseits wäre da der nicht sichtbare Ausfall von Kopfhaaren (Effluvium). Ursache hierfür kann eine der folgenden sein:

  • eine allergische Reaktion (etwa auf Haarfärbemittel oder einen Inhaltsstoff dessen)
  • der Jahreszeitenwechsel (besonders im Frühjahr und im Herbst)
  • Chemotherapeutika, die Zellen angreifen, die sich schnell teilen
  • andere Medikamente wie Heparine, ASS, Betablocker und Narkosegase
  • der Hormonhaushalt (Störung der Schilddrüsenfunktion, Menopause, Schwangerschaft)
  • ein Mangel an Vitaminen oder Eisen

Auch im Falle einer Alopezie, also eines sichtbaren Haarausfalls, können die Ursachen verschiedener Natur sein. Im Fall des erblich bedingten Haarausfalls etwa verkürzt sich die Wachstumsphase (Anagenphase, in der sich neue Haarfollikel bilden) der einzelnen Kopfhaare zunehmend, die Ruhephase (Telogenphase) hingegen verlängert sich. Verursacht wird dieses Phänomen durch genetische sowie hormonelle Faktoren.

Der kreisrunde Haarausfall ist – Vermutungen zufolge – eine Autoimmunerkrankung, die dafür sorgt, dass sich ganz plötzlich kahle Stellen am Kopf bilden. Im Verdacht als Ursache stehen für den kreisrunden Haarausfall allerdings auch eine falsche Ernährung, Medikamentennebenwirkungen und psychische Gründe.

Besonders vielfältig sind die Ursachen des diffusen Haarausfalls. Er kann etwa aufgrund einer Veränderung des Hormonhaushalts, einer Stoffwechselerkrankung oder einer Essstörung wie Bulimie oder Magersucht auftreten. Auch eine Mangelernährung, Vergiftungen und spezielle Infektionskrankheiten sowie die Einnahme bestimmter Medikamente stehen im Verdacht, für diffusen Haarausfall verantwortlich zu sein.

Tipp

Monoxidil und Finasterid zählen zu den den wissenschaftlich nachgewiesenen Wirkstoffen gegen Haarausfall. Zu anderen Mitteln, wie Zink, gibt es kaum wissenschaftliche Studien.

Diagnose und Therapie

Das Effluvium lässt sich relativ einfach diagnostizieren. Um den Haarausfall besser darstellen und verfolgen zu können, ist ein Trichogramm empfehlenswert. Weiterhin kann eine entsprechende Blutuntersuchung sowie das Abfragen der eingenommenen Medikamenten Aufschluss darüber geben, ob es sich um Effluvium handelt.

Da sich der Ausfall hier gleichmäßig über den Kopf verteilt, lässt sich der nicht sichtbare Haarausfall sehr gut von der Alopezie, die sich meist auf bestimmte Areale beschränkt, abgrenzen.

Die Alopezie, also der erblich bedingte, der kreisrunde und der diffuse Haarausfall hingegen lassen sich relativ leicht voneinander unterscheiden. Während der androgenetisch (erblich) bedingte Haarausfall an den Schläfen und am Hinterkopf beziehungsweise Schädeldach beginnt, ist der kreisrunde Haarausfall an einzelnen oder auch mehrfach auftretenden, fast kreisrunden, kahlen Stellen zu erkennen. Sie lassen sich oft nicht nur auf dem Kopf, sondern auch im Barthaar erkennen.

Beim diffusen Haarausfall hingegen ist kein regelmäßiges Muster zu erkennen. Oft beginnt er gleichzeitig an mehreren Stellen.


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Autor: Peter KleinHaarausfall Selbsthilfe Interessengemeinschaft

Quellen und weitere Literatur


  • Prävalenz (Häufigkeit) von androgenetischer Alopezie (erblich bedingtem Haarausfall): https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24566563?dopt=Abstract
  • Haarausfall und Umwelteinflüsse [Ärzteblatt]: https://www.aerzteblatt.de/archiv/17686/Haarausfall-und-Umwelteinfluesse
  • Wolff H et al. Diagnostik und Therapie von Haar- und Kopfhauterkrankungen. Deutsches Ärzteblatt 2016;113:377-386, doi: 10.3238/arztebl.2016.0377
  • Auswirkung von Spurenelementen Zink und Eisen auf Haarausfall [Studie]: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24371385
  • Effektivität von 5-Alpha-Reduktase (Dutasterid) bei Haarausfall: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17110217
  • DocCheck Thema Haarausfall: https://flexikon.doccheck.com/de/Haarausfall
  • Medikamente online kaufen: https://www.zoll.de/DE/Fachthemen/Verbote-Beschraenkungen/Schutz-der-menschlichen-Gesundheit/Arzneimittel/Verbringungsverbote-Ausnahmen/verbringungsverbote-ausnahmen_node.html
  • Artikel über Haarausfall Spiegel.de: https://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/regaine-und-der-wirkstoff-minoxidil-funktioniert-das-tatsaechlich-a-1081291.html