Kann ich Dutasterid rezeptfrei kaufen?

Zuletzt aktualisiert: Dezember, 2019

Avodart - Wirkstoff Dutasterid

Dutasterid ist ein rezeptpflichtiges Medikament zur Behandlung von Prostatavergrößerungen.

Es wirkt auch gegen den erblich bedingten Haarausfall beim Mann, ist dafür in Deutschland aber noch nicht offiziell zugelassen.

Achtung! Dutasterid sollten Sie nur in seriösen und lizenzierten Apotheken, oder Online-Apotheken erwerben.


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Dutasterid und die mögliche Wirkung gegen erblich bedingten Haarausfall

Dutasterid wird, genau wie Finasterid in der Dosis 5 mg, zur Behandlung von gutartigen Prostatavergrößerungen beim Mann angewendet. Der Wirkstoff entzieht der Prostata den Wachstumsreiz, indem er die Bildung von Dihydrotestosteron als Wachstumsförderer verhindert.

Dihydrotestosteron ist ein Abbauprodukt von Testosteron. Beim erblich bedingten Haarausfall lagert sich Dihydrotestosteron an den Haarfollikeln an, schädigt sie und führt schließlich zum Haarverlust.

Da Finasterid als 5-Alpha-Reduktasehemmer in der Dosis 1 mg auch gegen androgenetischer Alopezie (erblich bedingter Haarausfall) verschrieben wird, liegt die Vermutung nahe Dutasterid zur Behandlung von erblich bedingtem Haarausfall einzusetzen – doch ist das nicht zu empfehlen.

Was wirkt wirklich gegen Haarausfall? Wissenschaftlich erwiesene und geprüfte Wirkstoffe sind Finasterid und Minoxidil. Auch Studien zu Zink sind vielversprechend. Sie können die Studien zu den Stoffen nachlesen – wir haben den aktuellsten Stand der Forschung für Sie zusammengetragen.

Warum Dutasterid nicht gegen Haarausfall zu empfehlen ist

In Deutschland ist Dutasterid nicht zur Behandlung von Haarausfall zugelassen, auch wenn Dutasterid als 5-Alpha-Reduktase-Hemmer die gleiche Wirkung gegen Haarausfall hat wie Finasterid.

Es ist zur Behandlung von Haarausfall aufgrund der schwerwiegenden Nebenwirkungen nicht zu empfehlen. Das liegt daran, da Dutasterid die Bildung von Dihydrotestosteron stärker hemmt als Finasterid.

Als Nebenwirkungen können Libidoverlust, Erektionsstörungen, eine langanhaltende Impotenz und Schwellungen der Brust auftreten. In einer Studie der Northwestern University Feinberg School of Medicine in Chicago wurde Impotenz sogar noch drei Jahre nach dem Absetzen des Medikaments beobachtet(!).


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Erste Bemühungen zur Zulassung

Die ersten Bemühungen zur Zulassung von Dutasterid zur Behandlung von erblich bedingtem Haarausfall in Deutschland hat es bereits gegeben. In Studien wurde sogar eine stärkere Wirkung von Dutasterid als von Finasterid nachgewiesen.

Die Zahl der wissenschaftlich fundierten Daten, um Dutasterid gegen Haarausfall zuzulassen, ist aber noch zu gering. Denn noch ist unklar, wie stark die Nebenwirkungen von Dutasterid in einer Dosierung von 2,5 Milligramm über einen Zeitraum von vielen Jahren tatsächlich sind.

Finasterid und Minoxidil als Alternativen

Als Alternativen zu Dutasterid können Finasterid und Minoxidil zur Behandlung von erblich bedingtem Haarausfall angewendet werden. Finasterid wirkt wie Dutasterid, da es die Bildung von Dihydrotestosteron hemmt.

Wichtig: Finasterid darf als Haarwuchsmittel nur von Männern angewendet werden.

Minoxidil wurde ursprünglich als blutdrucksenkendes Mittel angewendet und ist als Haarwuchsmittel in Form von Schaum und Lösung für Männer und Frauen verfügbar. Es verbessert die Durchblutung der Kopfhaut sowie die Versorgung der Haarfollikel mit Sauerstoff und Nährstoffen.

FinasteridMinoxidil
VerschreibungspflichtJaNein
Geeignet für MännerMänner & Frauen
AnwendungsgebietErblich bedingter Haarausfall (androgene Alopezie) bei MännernErblich bedingter Haarausfall (androgene Alopezie). Es bremst die fortschreitende Glatzenbildung beim Mann und die Ausdünnung des Haarwuchses bei Frauen.
AnwendungsformInnere Anwendung (Tabletten)Äußere Anwendung (Lösung & Schaum)
Nebenwirkungen

  • Verminderte Libido
  • Sexuelle Funktionsstörungen

  • Hauttrockenheit
  • Kopfschmerzen
  • Juckreiz
  • Hautrötungen

Fazit: keine ausreichenden Studien für Dutasterid gegen Haarausfall

Dutasterid ist in Deutschland als Haarwuchsmittel nicht zugelassen. Ausreichende Studien über die Anwendung von Dutasterid liegen nicht vor.


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Autor: Peter KleinHaarausfall Selbsthilfe Interessengemeinschaft

Quellen und weitere Literatur


  • Prävalenz (Häufigkeit) von androgenetischer Alopezie (erblich bedingtem Haarausfall): https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24566563?dopt=Abstract
  • Haarausfall und Umwelteinflüsse [Ärzteblatt]: https://www.aerzteblatt.de/archiv/17686/Haarausfall-und-Umwelteinfluesse
  • Wolff H et al. Diagnostik und Therapie von Haar- und Kopfhauterkrankungen. Deutsches Ärzteblatt 2016;113:377-386, doi: 10.3238/arztebl.2016.0377
  • Auswirkung von Spurenelementen Zink und Eisen auf Haarausfall [Studie]: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24371385
  • Effektivität von 5-Alpha-Reduktase (Dutasterid) bei Haarausfall: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17110217
  • DocCheck Thema Haarausfall: https://flexikon.doccheck.com/de/Haarausfall
  • Medikamente online kaufen: https://www.zoll.de/DE/Fachthemen/Verbote-Beschraenkungen/Schutz-der-menschlichen-Gesundheit/Arzneimittel/Verbringungsverbote-Ausnahmen/verbringungsverbote-ausnahmen_node.html
  • Artikel über Haarausfall Spiegel.de: https://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/regaine-und-der-wirkstoff-minoxidil-funktioniert-das-tatsaechlich-a-1081291.html