Gibt es gute Alternativen zu Propecia bei Haarausfall?

Zuletzt aktualisiert: Januar, 2020

Propecia Apotheke

Leiden Frauen oder Männer besonders stark unter ihrem Haarausfall? Fest steht, dass bei beiden Geschlechtern nicht selten erblich bedingter Haarausfall vorliegt und der kann meist nur durch spezielle Medikamente behandelt werden. Eines davon ist Propecia. Das Arzneimittel ist allerdings nur für Männer vorgesehen und ist nicht unbedingt nebenwirksamsarm.

Frauen und jene Männer, die sich eine unkomplizierte Behandlung durch eine Einnahme von Medikamenten wünschen, benötigen eine wirksame Alternative – doch welche sind das?


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Was ist Propecia und wie wirkt es gegen Haarausfall?

Propecia ist ausschließlich für Männer zwischen 18 und 41 Jahren geeignet, die an androgenetischer Alopezie (Haarausfall vom männlichen Typ) leiden. Es wird angenommen, dass jener Haarausfall durch eine Kombination aus Vererbung und dem Hormon Dihydrotestosteron (DHT) verursacht wird. Das DHT trägt nämlich zu einer Verkürzung der Wachstumsphase der Haare bei und hat somit eine Verdünnung der Haare zur Folge. Durch die Anwendung von Propecia, dessen Wirkstoff Finasterid ist, wird der DHT-Spiegel im Körper gesenkt. Ausschlaggebend dafür ist die Hemmung des Enzyms Typ-II-Alpha-Reduktase, das für die Umwandlung von Testosteron zu DHT verantwortlich ist.

Eine Besserung ist somit nur dann zu erwarten, wenn der Haarausfall bisher leicht bis mäßig war. Ist bereits der vollständige Haarverlust eingetreten, ist ein Erfolg der Behandlung mit Propecia nicht zu erwarten.

Leider bleiben die Behandlung mit Propecia nicht immer frei von Nebenwirkungen so kann es gelegentlich zu einer verminderten Libido und zu Schwierigkeiten bei der Erektion kommen. Auch Depressionen und Störungen des Samenergusses sind nicht auszuschließen.

Die Alternativen zu Propecia bei Haarausfall

Propecia beziehungsweise dessen Wirkstoff Finasterid sorgt bei Haarausfall indirekt für eine Lösung, indem es das Enzym, das für die Umwandlung von Testosteron in DHT verantwortlich ist, hemmt. Folglich wird das Sexualhormon in entsprechend geringerer Konzentration gebildet. Das kann unter Umständen zu Nebenwirkungen führen, die es abzuwägen gilt. Wenn Du diese Gefahr nicht auf Dich nehmen möchtest, gibt es allerdings entsprechende Alternativen. Sowohl in Form von Medikamenten sowie als Nahrungsergänzungsmittel.

FinasteridMinoxidil
VerschreibungspflichtJaNein
Geeignet für MännerMänner & Frauen
AnwendungsgebietErblich bedingter Haarausfall (androgene Alopezie) bei MännernErblich bedingter Haarausfall (androgene Alopezie). Es bremst die fortschreitende Glatzenbildung beim Mann und die Ausdünnung des Haarwuchses bei Frauen.
AnwendungsformInnere Anwendung (Tabletten)Äußere Anwendung (Lösung & Schaum)
Nebenwirkungen

  • Verminderte Libido
  • Sexuelle Funktionsstörungen

  • Hauttrockenheit
  • Kopfschmerzen
  • Juckreiz
  • Hautrötungen

Medikamente und Präparate

Minoxidil ist ebenso wie Propecia gegen anlagebedingten Haarausfall geeignet – und im Gegensatz zu Präparaten mit Finasterid nicht rezept- sonder nur apothekenpflichtig. Eine bekannte Lösung ist Regaine, eine Lösung beziehungsweise ein Schaum, der auf die betroffenen Stellen aufgetragen wird. Je nach Schwere des Haarausfalls kann hier zu verschieden stark dosierten Lösungen gegriffen werden:

  • Minoxidil-Lösung 2 %
  • Minoxidil-Lösung 5 %
  • Minoxidil-Schaum 5 %

Welche Wirkstoffdosierung in Deinem Fall die Beste ist, solltest Du mit Deinem Arzt oder einem kompetenten Apotheker abklären. Minoxidil-Lösungen sind übrigens nicht nur für Männer, sondern auch für Frauen geeignet, die etwas gegen ihren Haarausfall tun möchten. Je nach Geschlecht ergeben sich allerdings unterschiedliche Anwendungshäufigkeiten. So sollen Männer das Minoxidil zweimal täglich anwenden, während Frauen ein bis zwei Anwendungen pro Tag empfohlen werden.

Wie genau Minoxidil und Produkte wie Regaine wirken, ist bis heute nicht genau bekannt. Es wird allerdings vermutet, dass Minoxidil die Durchblutung der Kopfhaut fördert und so das Haarwachstum anregt. Entsprechend wirksam ist Minoxidil daher vor allem an Stellen, in deren näheren Umgebung noch Haare vorhanden sind.

Für erste Ergebnisse muss die Lösung oder der Schaum mehrere Monate angewendet werden. Nicht selten geht dem letztendlich verstärktem Haarwachstum ein enormer Haarausfall voraus. Darüber hinaus können Nebenwirkungen wie Rötungen und Schuppungen der Kopfhaut sowie eine entzündete Kopfhaut auftreten.


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Natürliche Hilfsmittel

Wenn sich auf Deinem Kopf erste Anzeichen für anlagebedingten Haarausfall bemerkbar machen, heißt das nicht zwingend, dass Du von nun an auf teure Präparate wie Minoxidil oder Propecia zurückgreifen musst. Bereits seit Jahrhunderten wird in der Volksmedizin nämlich auch Zink als natürliches Mittel gegen Haarausfall eingesetzt. Doch warum ist das so und wie wirkt Zink eigentlich?

Zunächst einmal müssen Sie wissen, dass kräftige und gesunde Haare sowohl Kreatin als auch Kollagen benötigen. Während das Kollagen für eine feste Verankerung der Haare in der Kopfhaut sorgt, ist Kreatin für die Haarstruktur wichtig. Damit Ihr Körper Kollagen und Kreatin bilden kann, benötigt er allerdings das Spurenelement Zink. Fehlt Ihnen dieser Mineralstoff, zum Beispiel aufgrund einer mangelhaften Ernährung, kann es durchaus zu starkem Haarausfall kommen.

Ob Ihr Haarausfall die Folge eines Zinkmangels ist, können Sie daran erkennen, dass sich auf Ihrem Kopf kreisrunde kahle Stellen bilden. Doch auch, wenn Zink ein natürliches Mineral ist und Sie entsprechende Präparate sehr kostengünstig und vollkommen rezeptfrei erwerben können, sollten Sie nun keinesfalls mit einer unkontrollierten Eigenbehandlung beginnen. Nehmen Sie zu viel Zink auf, kann das ebenso gesundheitsschädlich sein wie ein Zinkmangel. Lassen Sie Ihren Haarausfall deshalb von einem Arzt überprüfen und besprechen Sie anschließend geeignete Behandlungsmethoden.

Fazit – was ist die beste Alternative bei Haarausfall zu Propecia?

Die beste und eigentlich auch einzige Alternative zu Propecia bei erblich bedingtem Haarausfall ist bisher Minoxidil.

Im Gegensatz zum in Propecia enthaltenen Finasterid ist Minoxidil deutlich seltener Auslöser für schwere Nebenwirkungen. Hinzu kommt, dass besonders Männer bei der Anwendung von Minoxidil in der Regel keine geschwächte Männlichkeit befürchten müssen (Nebenwirkung von Finasterid: Libidoverlust / Impotenz). Auch gegenüber Zink kann sich Minoxidil durchaus behaupten. Denn die zusätzliche Zufuhr von Zink hilft eigentlich nur bei einem (Zink-)Mangel.

Was wirkt wirklich gegen Haarausfall? Wissenschaftlich erwiesene und geprüfte Wirkstoffe sind Finasterid und Minoxidil. Auch Studien zu Zink sind vielversprechend. Sie können die Studien zu den Stoffen nachlesen – wir haben den aktuellsten Stand der Forschung für Sie zusammengetragen.

Auch die richtige Haarpflege kann gegen Haarausfall wirksam sein

Vielleicht versuchen Sie Ihren Haarausfall ja auch ganz ohne Nahrungsergänzungsmittel oder Medikamente in den Griff zu bekommen? Das dürfte zwar in den meisten Fällen eher schwierig werden, dennoch können Sie Ihren Haaren und Ihrer Kopfhaut mit der richtigen Pflege entgegenkommen und so möglicherweise den Haarverlust mindern. Hier sind einige Tipps dazu:

Bevor Sie Ihre Haare waschen, sollten Sie sie gründlich durchbürsten. Hier eignen sich Kämme mit weit auseinander stehenden Zinken und Bürsten mit abgerundeten Borsten am besten.

Nachdem Ihre Haare nass sind, geht es an das einshampoonieren. Seien Sie sich immer bewusst, dass die gelartige Substanz ausschließlich der Reinigung Ihrer Haare und Ihrer Kopfhaut dient. Für diesen Zweck reicht eine kleine Menge vollkommen aus, die später gründlich ausgespült wird.

Für eine bessere Kämmbarkeit (erst nachdem die Haare trocken sind!) bieten sich die Anwendung von Kuren und Spülungen an – allerdings nicht bei jeder Wäsche. Nachdem alle Pflegeprodukte ausgespült sind, werden Sie sich an das Trocknen der Haare machen: Anstatt sie mit dem Handtuch trocken zu rubbeln, sollten Sie Ihre nassen Haare besser “trocken drücken” und für einige Minuten im Handtuch trocknen lassen.

So stellen Sie sicher, dass keine Haare ausgerissen und die Spitzen nicht aufgerubbelt werden (Stichwort: Spliss). Wenn für Sie die Trocknung Ihrer Haare an der Luft nicht infrage kommt, können Sie sie natürlich auch föhnen. Achten Sie hier aber darauf, nur eine niedrige Stufe einzustellen und mit dem Föhn ausreichend Abstand zu Ihrer Kopfhaut zu halten.

Solang Ihre Haare noch nass sind, sollten Sie sie übrigens nicht kämmen. Im nassen Zustand reißen die Haare samt Wurzel nämlich besonders leicht aus.


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Autor: Peter KleinHaarausfall Selbsthilfe Interessengemeinschaft

Quellen und weitere Literatur


  • Prävalenz (Häufigkeit) von androgenetischer Alopezie (erblich bedingtem Haarausfall): https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24566563?dopt=Abstract
  • Haarausfall und Umwelteinflüsse [Ärzteblatt]: https://www.aerzteblatt.de/archiv/17686/Haarausfall-und-Umwelteinfluesse
  • Wolff H et al. Diagnostik und Therapie von Haar- und Kopfhauterkrankungen. Deutsches Ärzteblatt 2016;113:377-386, doi: 10.3238/arztebl.2016.0377
  • Auswirkung von Spurenelementen Zink und Eisen auf Haarausfall [Studie]: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24371385
  • Effektivität von 5-Alpha-Reduktase (Dutasterid) bei Haarausfall: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17110217
  • DocCheck Thema Haarausfall: https://flexikon.doccheck.com/de/Haarausfall
  • Medikamente online kaufen: https://www.zoll.de/DE/Fachthemen/Verbote-Beschraenkungen/Schutz-der-menschlichen-Gesundheit/Arzneimittel/Verbringungsverbote-Ausnahmen/verbringungsverbote-ausnahmen_node.html
  • Artikel über Haarausfall Spiegel.de: https://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/regaine-und-der-wirkstoff-minoxidil-funktioniert-das-tatsaechlich-a-1081291.html